HERR, hab ich Gnade vor dir gefunden, so mach mir doch ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet. Richter 6,17

Heute soll es von Siegen nach Freudenberg gehen auf dem Jakobsweg. Bin gerade dabei den Rucksack mit dem Nötigsten zu packen, da meldet sich die trauernde Mutter meines jungen 16 jährigen Freundes, der bei einem tragischen Verkehrsunfall vor ein paar Wochen sein Leben gelassen hat.

Nun, was hat das mit meinem Weg zu tun? Diese Frage stelle ich mir seit dieser Begegnung.

Dazu folgende Geschichte: Empfangen werde ich in Siegen vom Geläut der Kirche an der großen Mauer. (Die gerade renoviert wird) Es ist gerade 12 Uhr. Also Treppe hinauf zur Kirche, durchs Kirchenportal getreten und gebetet und den Beistand erbeten.  Anschließend ging es hinab in die Stadt, die vielen frölichen Menschen bei einer Tasse  Kaffee gesehen, die auch einen der letzten Sommertage genießen. Die ausstrahlende Lebensfreude der Menschen dort hat mich angesteckt und der starker Anstieg auf den Höhenzug entlang des jakobswegs wurde mir leicht. Etwa 16 km Wanderweg lagen nun vor mir.  2 Stunden war ich schon unterwegs und keine Menschenseele ist mir begegnet. Da lud nun diese Bank zum Verweilen im Sonnenlicht ein. Umrahmt von einem Wall großer Fichten, in denen der Einlass den Zugang zu einem kleinen Trampelpfad frei gab.

1JakobswegSiegWie aus dem Nichts steht da plötzlich diese Frau mit dem schwarzen Hund an der Leine. Froh jemanden zu Gesicht zu bekommen habe ich sie gleich angesprochen, wo sie denn herkomme, es sei doch kilometerweit kein Haus oder Strasse in der Nähe? Sie gehe jeden Tag diesen Weg mit dem Hund und sei vor einiger Zeit von Attendorn in die Nähe hierher gezogen. Und dann erzählt sie mir im gleichen Atemzug, dass vor 2 Jahren ihr 16 jähriger Sohn verstorben sei, Noch ein kurzer Gruß und sie verschwindet unter den Fichten neben der Bank.

Ich bin sprachlos….

 

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