Ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit. Jeremia 3,15

Die Fügungen des Lebens, die uns täglich begegnen, haben mir durch meine liebe Frau den Hinweis auf das „Pilgern um die Ecke“ in die Hände gespielt. Das Vortreffen im Olper Pastorat im Juni hat mich dann auch sofort angesprochen. Flugs angemeldet und den Termin am 30.8. vorgemerkt. Schwester Gertrudis und Barbara vom Wendener Pastorat hatten sich bestimmt etwas dabei gedacht, unsere 20 Personen starke Pilgergruppe zum Start in die Wüste zu bestellen. Obwohl Pilger eher den steinigen Weg suchen, so wurde erst einmal die motorisierte Sänfte benutzt und so ging es dann zur Marienkirche nach Marienheide. Zur richtigen Einstimmung hatten die beiden Organisatorinnen vom Start bis zum Ziel in Bensberg Impulslesungen vorbereitet. Immer wieder innehalten, Textlesung, gemeinsames Beten und Singen. Und schon war die Jugendherberge in Lindlar erreicht. Dass Jugendherbergen auch von anderen Gästen besucht werden, ist wohl eher normal. Aber ausgerechnet an diesem Wochenende hatte sich der Chapter Köln der blue knights dort mit seinen 200 Motorrad-Engeln zu einer Party einquartiert. Durch ein Spalier von Kuttenträgern zog unsere Pilgergruppe ins Nachtquartier, allen voran Schwester Gertrudis. Was in diesem Moment noch gefehlt hätte, wäre das Banner der Pilgergruppe „Fürchtet Euch nicht – Ich bin bei Euch alle Tage“.
Dass es noch zu Christianisierungen am späten Abend mit den Rockern kommmen musste bei einem Glas Kölsch versteht sich von selbst.
Am Sonntag Morgen wurde gemeinsam gefrühstückt und der Pilgerweg rannte anschließend nur so unter den FÜssen durch.
Gelacht hat Maria Martha; die kleine Schwester der Franziskanerinnen. Lange ist sie bereits unterwegs, viele Wege in Brasilien hat sie bereits im Namen Gottes zurückgelegt und nun habe ich die Ehre neben ihr zu gehen, Schritt für Schritt, immer im gleichen Rythmus.
Die Wetteraussichten der Wetterapp waren düsterer als die Wolken am Himmel. Die Impulse heute waren doch eher wenig und die Beine wurden auch schon etwas schwer.
Mein Spruch vom frühen Morgen war folgender: Wenn wir bis Mittag keinen Regen haben, dann haben wir Glück gehabt!
Wir hatten Glück. Wer im Licht wandelt, sieht den Regen nicht!

Auch nach Mittag war Regen kaum spürbar. Wegen der 3 Tropfen war es eher lästig die Regenjacke an und wieder auszuziehen.
Und als ich dann bei der kleinen Pfütze das Bein nicht weit genug nach vorn gesetzt hatte und voll in das Wasserloch getreten habe; da war die Schwester mit dem Wasserplatsch von oben bis unten mit der braunen Schlammbrühe bespritzt.
Und sie lachte. „Erst der Segen von oben und jetzt von unten“ war ihr sonniger fröhlicher Kommentar.
Alles in Allem war es eine feucht fröliche Pilgerreise mit jeder Menge Impulsen zur Besinnung.
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